Wohnbaustudie – der WOHNHOF

Der Ausgangspunkt für unsere Wohnbaustudie beginnt mit dem Hof der Blockrandbebauung und das Wiener Kastenfenster.

1. Im Laufe der Geschichte war der Hof ein wichtiger Bestandteil einer Wohntypologie, die vor allem in
Wien und Mitteleuropa Verbreitung fand. Seit Beginn des neuen Baubooms im mittleren bis späten
19.Jahrhundert, der Gründerzeit, wurden die Wohnbauanlagen blockartig um eine Leere gebaut - dem
Hof.

2. Das Kastenfenster bildet auf Grund seines Aufbaues, ein Verbund von mehreren Schichten aus Fensterflügeln und Fensterläden, einen Innenraum - eine Laibung tief, die als thermische Trennung fungiert.
Wir möchten diesen Zwischenraum bewohnen, seine Tiefe erweitern, und das Potential als Randraum
ausloten. Der Randraum ist ein Zwischenraum, sowohl Klimapuffer, als auch bewohnbarer Raum, der
den Hof mit der Wohnung wieder verbindet. Der Randraum lässt das Aussen nach Innen und das Innen
nach Aussen, ist zugleich Raum und Fassade.

Wir suchen Möglichkeiten die Randzone des Hofes als Privatraum zu verstärken, und den Freiraum zur
gemeinschaftlichen Nutzung von allen Wohnungen zugänglich zu machen. Die Randbereiche werden
sorgfältig konzipiert, um durchlässige Grenzen zu schaffen, die Eigentum ohne Wände und unnötige
Sichtbehinderungen definieren. Ein Dialog zwischen Innen und Aussen drückt sich aus in den Wohnungen, die sich, je nach Bedarf, periodisch ausdehnen und zurückziehen.

Dieser Gezeitenzustand verkörpert sich in der applizierten äußeren Haut, wobei einfaches Anbringen von
Balken, bris soleil, Balkonen, Loggien und andere traditionellen Bauteilen dazu dient den Aussenraum
jeder Wohnung neu zu beschreiben. Eine diaphane Haut, die räumlich, funktional und zeitlich wächst
und schwindet.

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