Firescapes / Verbrannter Atem
Arbeiten mit Feuer, Holz, Schellack, Asche und Zeit. Landschaft erscheint nicht als Abbild, sondern als Spur von Eingriff, Verletzung, Transformation und möglicher Erneuerung.
Über mein Arbeiten
In meinen Arbeiten interessiert mich die Landschaft nicht nur als äußerer Raum, sondern als verletzlicher Körper, als Gedächtnis und als Prozess. Materialien sind dabei nicht bloß Träger eines Bildes. Sie handeln mit. Sie reagieren, verändern sich, setzen Widerstand entgegen und machen Zeit sichtbar.
Ich arbeite mit natürlichen Pigmenten, Holz, Feuer, Schellack, Asche und gefundenen Spuren. Dabei entstehen Bilder und Objekte, die zwischen Malerei, Prozess, Installation und Dokumentation stehen. Das Werk ist nicht vollständig kontrollierbar. Es entwickelt sich aus einer Begegnung zwischen Material, Geste, Zufall und Konzentration.
Mich interessiert eine Kunst, die nicht nur zeigt, sondern berührt: durch ihre Oberfläche, ihre Verletzlichkeit, ihre Stille und ihre Nähe zu ökologischen Fragen. Die Arbeiten sprechen von Zerstörung, Erschöpfung und Wandel – aber auch von der Möglichkeit, im Prozess des Vergehens eine neue Aufmerksamkeit zu finden.
Firescapes
Die Werkgruppe Firescapes entsteht auf Holz. Feuer greift in die Oberfläche ein, schwärzt, zeichnet, zerstört und öffnet zugleich eine neue Bildschicht. Auf diese verbrannten oder angebrannten Flächen wird Schellack aufgetragen, gegossen, verdichtet oder gelöst. Je nach Konzentration, Fließverhalten und Wachsigkeitsgrad entstehen unterschiedliche Glanzzonen, Verläufe und Verdunkelungen.
Die Bilder beziehen sich auf Landschaften, die durch menschliche Eingriffe verändert oder verwundet wurden: durch Brandrodung, Landwirtschaft, Abbau, Rohstoffgewinnung, Vergiftung oder Krieg. Diese Vorlagen werden jedoch nicht illustrativ übernommen. Sie wirken als gedankliche und atmosphärische Ausgangspunkte.
Firescapes sind innere Landschaften nach der Zerstörung. Sie zeigen keine eindeutigen Orte, sondern Zustände: Hitze, Rückstand, Verdichtung, Narben, Sedimente, Rauch und Stille.
Verbrannter Atem
Verbrannter Atem ist eine Arbeit mit einem gefundenen Ast, Feuer und Asche. Der Ast wird oberflächlich verkohlt. Er glimmt langsam, fast wie Räucherwerk. Die Verbrennung ist nicht spektakulär, sondern leise, zeitlich gedehnt und körperlich wahrnehmbar.
Während des Prozesses fällt Asche auf eine helle Fläche. Diese Fläche wird zum Speicher der Handlung. Sie nimmt auf, was vom Ast übrig bleibt: Staub, Spur, Abdruck, Zeit. Die Arbeit verweist auf Erschöpfung und Verbrauch, aber auch auf Atem, Anwesenheit und Verwandlung.
Der verbrannte Ast steht nicht nur für eine beschädigte Natur. Er wird zu einem stillen Zeugen einer gemeinsamen Verletzlichkeit: der Landschaft, des Materials, des Körpers und der Wahrnehmung.